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Zahnimplantat: Titan oder Keramik? Welches Material passt zu Ihrer Situation?

Titan heilt in 6 bis 16 Wochen ein und kostet ab 1.500 Euro. Keramik bietet Metallfreiheit ab 2.500 Euro.

Das Wichtigste in Kürze

  • check Zahnimplantate werden aus Titan oder Keramik (Zirkonoxid) gefertigt. Beide Materialien sind biokompatibel und verwachsen mit dem Kieferknochen.
  • check Titan ist seit über 50 Jahren der bewährte Standard mit einer Haltbarkeit von 15 bis 20 Jahren und kurzer Einheilzeit von 6 bis 16 Wochen.
  • check Keramik bietet Metallfreiheit und bessere Ästhetik bei dünnem Zahnfleisch, braucht aber mit bis zu 24 Wochen eine längere Einheilzeit.
  • check Der Kostenunterschied beträgt 20 bis 33 Prozent: Ein Titanimplantat kostet ab 1.500 Euro, ein Keramikimplantat ab 2.500 Euro.
Zahnimplantat: Titan oder Keramik?
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Inhaltsverzeichnis

1. Welche Materialien gibt es für Zahnimplantate?

Wer sich für ein Zahnimplantat entscheidet, steht vor einer grundlegenden Frage: Titan oder Keramik? Beide Materialien haben sich in der Implantologie bewährt, unterscheiden sich jedoch in wichtigen Punkten wie Einheilzeit, Kosten und Ästhetik.

Titan ist seit über 50 Jahren der Goldstandard in der Implantologie. Das Metall verwächst zuverlässig mit dem Kieferknochen, ein Vorgang den Zahnmediziner als Osseointegration bezeichnen. Mit einer Überlebensrate von 95 bis 98 Prozent nach zehn Jahren zählen Titanimplantate zu den am besten dokumentierten Zahnersatzlösungen überhaupt. Die meisten Implantologen setzen sie als Standardversorgung ein, vom einzelnen Frontzahn bis zur kompletten Brücke im Seitenzahnbereich.

Keramikimplantate aus Zirkonoxid sind die metallfreie Alternative. Sie bestehen aus einem weißen Hochleistungskeramik-Material, das dem natürlichen Zahnschmelz farblich ähnelt. Besonders im sichtbaren Frontzahnbereich bieten Keramikimplantate einen ästhetischen Vorteil, weil kein dunkles Metall durch dünnes Zahnfleisch schimmern kann. Für Patienten mit einer Titanunverträglichkeit oder dem Wunsch nach einer komplett metallfreien Versorgung ist Zirkonoxid oft die einzige Option.

Beide Materialien sind biokompatibel, das heißt, der Körper verträgt sie in der Regel gut. Die Unterschiede liegen im Detail: Einheilzeit, Belastbarkeit, Kosten und Einsatzbereich. Dieser Artikel vergleicht Titan und Keramik nach sieben Kriterien, damit Sie eine fundierte Entscheidung für Ihre Situation treffen können.

Grundlegende Informationen zu Zahnimplantaten, Ablauf und Kosten finden Sie in unserem Ratgeber Zahnimplantat: Alles zu Ablauf, Kosten, Risiken & Materialien .

Quellen: Zahnarzt Finedent Düsseldorf

2. Titanimplantat: Eigenschaften und Vorteile

Titan hat sich als Implantat-Material nicht ohne Grund durchgesetzt. Mehr als 30 Jahre Langzeitdaten belegen die Zuverlässigkeit, und kaum ein anderes Material bietet eine vergleichbare Kombination aus Stabilität, Einheilgeschwindigkeit und Vielseitigkeit.

Wie Titan im Kieferknochen einheilt

Die wichtigste Eigenschaft von Titan ist seine Fähigkeit zur Osseointegration: Das Metall verwächst direkt mit dem Kieferknochen, ohne dass sich Bindegewebe dazwischen bildet. Im Unterkiefer dauert dieser Prozess in der Regel 6 bis 12 Wochen, im Oberkiefer 12 bis 16 Wochen. Die unterschiedliche Einheilzeit erklärt sich durch die geringere Knochendichte im Oberkiefer. Für Patienten bedeutet das: Nach der Einheilung sitzt das Implantat so fest wie eine natürliche Zahnwurzel.

Vorteile von Titanimplantaten

Titanimplantate bieten mehrere Vorteile, die sie für die Mehrheit der Patienten zur ersten Wahl machen.

  • Lange Haltbarkeit: Bei guter Pflege halten Titanimplantate 15 bis 20 Jahre und häufig deutlich länger. Die Überlebensrate nach zehn Jahren liegt bei 95 bis 98 Prozent.
  • Flexibler Einsatz: Titan eignet sich für alle Kieferbereiche, vom Frontzahn bis zum stark belasteten Backenzahn. Auch bei Bruxismus (Zähneknirschen) ist Titan die sicherere Wahl.
  • Zweiteiliges System: Die meisten Titanimplantate bestehen aus der Schraube im Knochen und einem separaten Abutment (Verbindungsteil). Das gibt dem Zahnarzt mehr Flexibilität bei der Positionierung.
  • Bewährte Langzeitdaten: Mit über 50 Jahren klinischer Erfahrung und über 30 Jahren Langzeitdaten ist Titan das am besten erforschte Implantat-Material.

Titan vereint damit die drei Eigenschaften, die für die meisten Patienten entscheidend sind: Zuverlässigkeit, Vielseitigkeit und ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.

Nachteile und Einschränkungen

Trotz dieser Stärken gibt es Situationen, in denen Titan nicht die optimale Wahl ist. Bei sehr dünnem Zahnfleisch kann der gräuliche Metallschimmer des Implantats durch das Gewebe sichtbar werden, besonders im Frontzahnbereich. Ästhetisch empfindliche Patienten empfinden das als störend.

Ein weiterer Punkt betrifft die Titan Implantat Verträglichkeit. In seltenen Fällen reagiert der Körper mit einer chronischen Entzündungsreaktion auf das Metall. Diese Titanunverträglichkeit ist keine klassische Allergie, sondern eine überschießende Immunantwort. Ein Bluttest beim Zahnarzt kann die Veranlagung vorab klären. Die Kosten für diesen Titanunverträglichkeitstest liegen bei 50 bis 150 Euro (Selbstzahler).

Welche weiteren Risiken und Komplikationen bei Zahnimplantaten auftreten können, erklärt unser Ratgeber Zahnimplantat Risiken: Komplikationen erkennen und vermeiden .

Quellen: Zahnarzt Finedent Düsseldorf | Biodental Hamburg

3. Keramikimplantat: Zirkonoxid als Alternative

Nicht jeder Patient möchte ein Metallimplantat im Kiefer tragen, und nicht jeder verträgt Titan problemlos. Keramikimplantate aus Zirkonoxid bieten eine Alternative, die in den letzten Jahren deutlich ausgereifter geworden ist.

Was ist Zirkonoxid?

Zirkonoxid ist eine Hochleistungskeramik mit einer Bruchfestigkeit von 900 bis 1.200 MPa. Das liegt im Bereich vieler Metalle. Im Unterschied zu Titan ist Zirkonoxid zahnfarben und metallfrei. Die glatte Oberfläche des Materials erschwert die Anlagerung von Bakterien (Plaque), was die Mundhygiene rund um das Implantat vereinfacht.

Vorteile von Keramikimplantaten

Keramikimplantate punkten in mehreren Bereichen, die für bestimmte Patienten den Ausschlag geben können.

  • Ästhetik: Die weiße Farbe des Implantats schimmert nicht durch dünnes Zahnfleisch. Im Frontzahnbereich ist das ein deutlicher Vorteil gegenüber Titan.
  • Metallfrei: Keramikimplantate enthalten kein Metall. Für Patienten mit nachgewiesener Titanunverträglichkeit oder dem grundsätzlichen Wunsch nach metallfreier Versorgung ist Zirkonoxid die Lösung.
  • Geringere Plaqueanlagerung: Die glatte Keramikoberfläche bindet weniger Bakterien als raue Titanoberflächen. Das kann das Risiko für Entzündungen rund um das Implantat senken.
  • Gute Osseointegration: Studien der Universität Jena zeigen, dass Zirkonoxid vergleichbar gut mit dem Kieferknochen verwächst wie Titan, ohne signifikante Unterschiede.

Gerade bei hohen ästhetischen Ansprüchen im sichtbaren Zahnbereich bieten Keramikimplantate einen Vorteil, den Titan nicht liefern kann.

Nachteile und aktuelle Grenzen

Keramikimplantate haben auch Einschränkungen, die vor der Entscheidung bekannt sein sollten. Die Keramik Implantat Einheilzeit ist mit bis zu 24 Wochen deutlich länger als bei Titan. In dieser Zeit darf das Implantat nicht belastet werden, was eine längere Provisoriumsphase bedeutet.

Die verfügbaren Langzeitdaten sind noch begrenzt: Zirkonoxid-Implantate werden erst seit rund 7 Jahren systematisch untersucht. Die 5-Jahres-Überlebensrate liegt bei 92 bis 98 Prozent, was gute Ergebnisse zeigt, aber noch nicht an die Datenmenge von Titan heranreicht. Die Frakturrate ist in den vergangenen Jahren stark gesunken, von 3,4 Prozent auf 0,2 Prozent, was die verbesserte Materialqualität widerspiegelt.

Viele Keramikimplantate sind einteilig konstruiert: Implantatschraube und Abutment bilden eine Einheit. Das eliminiert den sogenannten Mikrospalt zwischen den Komponenten, erfordert aber eine exaktere Positionierung beim Einsetzen. Im Seitenzahnbereich (Backenzahn) eignen sich Keramikimplantate grundsätzlich, die höhere Kaubelastung stellt jedoch höhere Anforderungen an die Planung.

Alle Details zu Keramikimplantaten - Kosten, Haltbarkeit und geeignete Anwendungsfälle - finden Sie in unserem Ratgeber Keramikimplantat: die metallfreie Alternative .

Quellen: zm-online | ZWP online | GZFA

4. Titan vs. Keramik: der direkte Vergleich

Die bisherigen Abschnitte haben die Stärken und Schwächen beider Materialien einzeln beleuchtet. Jetzt folgt der strukturierte Vergleich Implantat Titan vs. Keramik nach sieben Kriterien.

Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Unterschiede zwischen Titan und Zirkonoxid auf einen Blick zusammen.

Kriterium Titan Keramik (Zirkonoxid)
Einheilzeit 6–16 Wochen Bis zu 24 Wochen
Haltbarkeit 15–20+ Jahre (95–98 % nach 10 J.) 7+ Jahre Langzeitdaten (92–98 % nach 5 J.)
Ästhetik Gräulich, kann bei dünnem Zahnfleisch durchschimmern Zahnfarben, unsichtbar unter dem Zahnfleisch
Kosten (inkl. Krone) 1.500–3.200 EUR 2.500–4.500 EUR
Biokompatibilität Sehr gut, seltene Unverträglichkeit möglich Sehr gut, metallfrei
MRT-Verträglichkeit Ja, kein Problem (kein Ferromagnetismus) Ja, metallfrei
Einsatzbereich Alle Bereiche, auch Backenzähne Alle Bereiche, Backenzahn mit sorgfältiger Planung

Entscheidungshilfe: Wann Titan, wann Keramik?

Die Materialwahl hängt von Ihrer persönlichen Situation ab. Drei typische Patientenprofile helfen bei der Orientierung.

Titan ist in der Regel die richtige Wahl, wenn Sie einen Backenzahn ersetzen müssen, der hohen Kaubelastungen standhalten soll. Auch bei Bruxismus (nächtliches Zähneknirschen) oder wenn die Kosten eine Rolle spielen, bietet Titan das bessere Gesamtpaket. Da die meisten Implantologen routinemäßig mit Titan arbeiten, ist die Versorgung flächendeckend verfügbar.

Keramik ist die bessere Wahl bei einer nachgewiesenen Titanunverträglichkeit. Auch im Frontzahnbereich mit dünnem Zahnfleisch, wo der ästhetische Anspruch besonders hoch ist, zeigt Zirkonoxid seine Stärken. Wer grundsätzlich eine metallfreie Versorgung bevorzugt, findet in Keramik die einzige Alternative.

Einen klaren Gewinner gibt es nicht. Titan punktet bei Langzeitdaten, Flexibilität und Kosten. Keramik überzeugt bei Ästhetik und Metallfreiheit. Die Entscheidung sollten Sie gemeinsam mit Ihrem Implantologen treffen, der Ihre Knochenqualität, den Kieferbereich und Ihre individuellen Anforderungen beurteilen kann.

Wie die Materialwahl in die gesamte Behandlungsplanung eingebettet ist, erläutert unser Ratgeber Zahnimplantat Ablauf: Schritt für Schritt erklärt .

Quellen: Zahnarzt Finedent Düsseldorf | ECDI | zm-online

5. Was kostet Titan vs. Keramik?

Neben den medizinischen Kriterien spielt der Preis für viele Patienten eine entscheidende Rolle bei der Materialwahl. Keramikimplantate kosten in der Regel 20 bis 33 Prozent mehr als vergleichbare Titanimplantate.

Kostenübersicht nach Material

Die Gesamtkosten setzen sich aus mehreren Positionen zusammen: Implantatschraube mit chirurgischer Insertion, Abutment, Zahnkrone und gegebenenfalls Diagnostik.

Kostenposition Titan Keramik
Gesamtkosten (inkl. Krone) 1.500–3.200 EUR 2.500–4.500 EUR
Frontzahnbereich ca. 2.000–3.200 EUR 2.800–3.900 EUR
Seitenzahnbereich ca. 1.500–2.800 EUR 2.500–3.700 EUR
Mit Knochenaufbau 2.500–4.500 EUR 3.500–5.500 EUR

Der Aufpreis für Keramik erklärt sich durch die höheren Materialkosten und den aufwendigeren Fertigungsprozess. Außerdem bieten weniger Hersteller Keramiksysteme an, was den Wettbewerb begrenzt.

Was die Krankenkasse übernimmt

Die gesetzliche Krankenversicherung zahlt keine Implantate direkt. Stattdessen gibt es einen befundorientierten Festzuschuss, der sich an der Regelversorgung (Brücke oder Prothese) orientiert. Der Festzuschuss gilt für beide Materialien gleich, ob Titan oder Keramik. Ohne Bonusheft liegt der Zuschuss bei rund 530 Euro, mit fünf Jahren Bonusheft bei rund 620 Euro und mit zehn Jahren bei rund 691 Euro.

Die Differenz zwischen Festzuschuss und Gesamtkosten tragen Patienten selbst. Bei einem Titanimplantat für 2.500 Euro und einem Festzuschuss von 620 Euro verbleibt ein Eigenanteil von 1.880 Euro. Bei einem Keramikimplantat für 3.800 Euro steigt der Eigenanteil auf 3.180 Euro.

Zahnzusatzversicherung als Absicherung

Eine Zahnzusatzversicherung mit Implantatschutz kann den Eigenanteil deutlich reduzieren. Die Versicherung unterscheidet nicht zwischen Titan und Keramik: Erstattet wird nach GOZ-Satz, unabhängig vom Material. Solange die Kosten im GOZ-Rahmen liegen und der Jahresdeckel nicht erreicht ist, wird auch der Keramik-Aufpreis erstattet. Tarife mit 90 Prozent oder mehr Implantat-Erstattung kosten je nach Alter und Leistungsumfang zwischen 13,50 und 43,62 Euro pro Monat.

Alle Kosten für Zahnimplantate - nach Typ, Position und Kassenleistung - finden Sie im Ratgeber Zahnimplantat Kosten: Was kostet ein Implantat wirklich? .

Quellen: ECDI | checkfox.de

6. Hersteller und Implantatsysteme im Überblick

Neben der Materialwahl beeinflusst auch der Hersteller des Implantatsystems Qualität und Preis. Nicht jeder Hersteller bietet beide Materialien an, und die Systeme unterscheiden sich in Oberflächenbehandlung, Design und Langzeitstudien.

Im Bereich Titan dominieren etablierte Hersteller wie Straumann, Nobel Biocare und Camlog den Markt. Diese Unternehmen haben jahrzehntelange Erfahrung und umfangreiche klinische Studien zu ihren Systemen veröffentlicht. Straumann und Nobel Biocare gehören zu den Premiumanbietern, während Camlog als qualitativ hochwertiges System im mittleren Preissegment positioniert ist.

Bei Keramikimplantaten ist die Herstellerauswahl kleiner. Das liegt daran, dass Zirkonoxid-Systeme erst seit wenigen Jahren im Markt etabliert sind und die Entwicklung aufwendiger ist. Einige der genannten Titanspezialisten haben inzwischen auch Keramiklinien im Sortiment. Daneben gibt es spezialisierte Keramikhersteller, die sich ausschließlich auf metallfreie Implantatsysteme konzentrieren.

Für Sie als Patient hat die Herstellerwahl zwei konkrete Auswirkungen. Erstens variiert der Preis je nach Hersteller und Implantatsystem deutlich. Zweitens hängt die Verfügbarkeit davon ab, mit welchen Systemen Ihr Implantologe arbeitet. Die meisten Zahnarztpraxen kooperieren mit zwei bis drei Herstellern und können innerhalb dieses Portfolios beraten.

Eine detaillierte Analyse der wichtigsten Hersteller, ihrer Systeme und Preisunterschiede würde den Rahmen dieses Materialvergleichs sprengen. Fragen Sie Ihren Implantologen gezielt, welches System er für Ihre Situation empfiehlt und warum.

Einen detaillierten Überblick zu den führenden Implantatmarken und ihren Systemen bietet unser Ratgeber Zahnimplantat Hersteller: Straumann, Nobel Biocare & Co. im Vergleich .

7. Fazit: Welches Material passt zu Ihnen?

Die Frage Zahnimplantat Titan oder Keramik lässt sich nicht pauschal beantworten. Beide Materialien haben sich in der Implantologie bewährt, und die richtige Wahl hängt von Ihrer individuellen Situation ab.

Titan bleibt der Goldstandard für die Mehrheit der Patienten. Die Kombination aus kurzer Einheilzeit (6 bis 16 Wochen), über 30 Jahren Langzeitdaten und einem breiten Einsatzspektrum macht es zur ersten Wahl, wenn keine medizinischen oder ästhetischen Gründe dagegen sprechen. Mit Gesamtkosten von 1.500 bis 3.200 Euro ist Titan zudem die günstigere Option.

Keramik aus Zirkonoxid ist die metallfreie Premium-Alternative. Wenn Sie im Frontzahnbereich hohe ästhetische Ansprüche haben, eine Titanunverträglichkeit vorliegt oder Sie grundsätzlich eine metallfreie Versorgung bevorzugen, bietet Keramik klare Vorteile. Die längere Einheilzeit von bis zu 24 Wochen und die höheren Kosten von 2.500 bis 4.500 Euro sollten dabei eingeplant werden.

Drei Punkte sind für Ihre Entscheidung besonders wichtig. Erstens: Lassen Sie die Materialwahl von Ihrem Implantologen anhand Ihrer Knochenqualität und des Kieferbereichs einschätzen. Zweitens: Bei Verdacht auf eine Titanunverträglichkeit kann ein Bluttest für 50 bis 150 Euro Klarheit schaffen. Drittens: Der GKV-Festzuschuss ist für beide Materialien gleich, die Kostendifferenz trägt der Patient.

Eine Zahnzusatzversicherung kann den Eigenanteil bei beiden Materialien deutlich reduzieren. Die Erstattung erfolgt nach GOZ-Satz, unabhängig davon, ob Sie sich für Titan oder Keramik entscheiden. Vergleichen Sie Tarife rechtzeitig vor der Behandlung, damit Sie von der Absicherung profitieren.

8. Häufige Fragen

Ja, Titanimplantate sind MRT-tauglich. Titan ist nicht ferromagnetisch und wird vom Magnetfeld des MRT-Geräts nicht beeinflusst.

Anders als bei einigen Hüft- oder Knieprothesen aus Stahl besteht bei Titanimplantaten kein Risiko, dass sich das Material im MRT erhitzt oder bewegt. Auch die Bildqualität wird in der Regel nicht beeinträchtigt, es sei denn, das MRT zielt direkt auf den Kieferbereich. In diesem Fall kann es zu minimalen Artefakten kommen, die der Radiologe aber kennt und einordnen kann.

Informieren Sie den Radiologen vor der Untersuchung über Ihr Implantat. Das ist eine reine Vorsichtsmaßnahme und kein Hindernis für die Durchführung des MRT.

Ja, Fliegen mit einem Titanimplantat ist uneingeschränkt möglich. Titanimplantate lösen keinen Alarm am Metalldetektor aus, da Titan nicht ferromagnetisch ist.

Weder die Druckverhältnisse in der Flugzeugkabine noch die Sicherheitskontrollen am Flughafen stellen ein Risiko für das Implantat dar. Auch Ganzkörperscanner erkennen das Implantat nicht als Auffälligkeit. Selbst Patienten mit mehreren Implantaten können ohne Einschränkungen fliegen.

Sie benötigen keinen ärztlichen Nachweis für Flugreisen. Wenn Sie sich unsicher fühlen, können Sie einen Implantatpass von Ihrem Zahnarzt ausstellen lassen, der das Material dokumentiert.

Eine Titanunverträglichkeit äußert sich nicht wie eine klassische Allergie mit Hautausschlag, sondern als chronische Entzündungsreaktion rund um das Implantat. Typische Anzeichen sind anhaltende Beschwerden ohne erkennbare Infektion.

Betroffene berichten häufig von Zahnfleischrötung, leichten Schmerzen und einer verzögerten Einheilung, obwohl die OP einwandfrei verlief. Da diese Symptome auch bei anderen Komplikationen auftreten, ist die Diagnose nicht einfach. Ein spezieller Bluttest (Titan-Stimulationstest) kann die Veranlagung nachweisen. Die Kosten liegen bei 50 bis 150 Euro und werden nicht von der Krankenkasse übernommen.

Sprechen Sie Ihren Zahnarzt vor der Implantation auf den Test an, besonders wenn Sie generell empfindlich auf Metalle reagieren.

Titanimplantate haben eine dokumentierte Haltbarkeit von 15 bis 20 Jahren und häufig deutlich länger. Keramikimplantate aus Zirkonoxid verfügen über Langzeitdaten von bisher rund 7 Jahren.

Die 5-Jahres-Überlebensrate von Keramikimplantaten liegt bei 92 bis 98 Prozent, was ein gutes Ergebnis ist. Im Vergleich erreichen Titanimplantate nach zehn Jahren 95 bis 98 Prozent. Die geringere Datenmenge bei Keramik bedeutet nicht automatisch eine kürzere Haltbarkeit, sondern dass das Material erst seit kürzerer Zeit systematisch untersucht wird.

Wenn Ihnen maximale Langzeitsicherheit wichtig ist, bietet Titan den Vorteil der umfangreicheren Studienlage. Besprechen Sie die zu erwartende Haltbarkeit mit Ihrem Implantologen, der Ihre Knochenqualität und Belastungssituation einschätzen kann.

Ja, Keramikimplantate können auch im Seitenzahnbereich eingesetzt werden. Die Bruchfestigkeit von Zirkonoxid liegt bei 900 bis 1.200 MPa, was den Kaubelastungen im Backenzahnbereich standhält.

Die Frakturrate von Keramikimplantaten ist in den letzten Jahren deutlich gesunken, von 3,4 auf 0,2 Prozent. Allerdings erfordert der Seitenzahnbereich eine besonders sorgfältige Planung, da die Kaukräfte dort höher sind als im Frontzahnbereich. Einteilige Keramiksysteme müssen beim Einsetzen exakt positioniert werden, was dem Behandler weniger Spielraum lässt als bei zweiteiligen Titansystemen.

Lassen Sie sich von einem Implantologen beraten, der Erfahrung mit Keramikimplantaten im Seitenzahnbereich hat. Die Expertise des Behandlers ist hier besonders wichtig für den Langzeiterfolg.

Bei dünnem Zahnfleisch ist Keramik in der Regel die bessere Wahl. Das zahnfarbene Zirkonoxid schimmert nicht durch das Gewebe, während Titan einen gräulichen Schatten verursachen kann.

Besonders im Frontzahnbereich ist dieser Effekt sichtbar und für viele Patienten ästhetisch störend. Dünnes Zahnfleisch kann sich zudem im Laufe der Jahre weiter zurückziehen, wodurch der Metallrand eines Titanimplantats irgendwann sichtbar wird. Ein Keramikimplantat bleibt in diesem Fall optisch unauffällig, weil seine Farbe dem natürlichen Zahnschmelz ähnelt.

Lassen Sie Ihren Zahnarzt die Zahnfleischdicke vor der Implantation beurteilen. Im Frontzahnbereich mit dünner Schleimhaut kann der Aufpreis für Keramik eine lohnende Investition in die Ästhetik sein.

Der Aufpreis für ein Keramikimplantat beträgt rund 20 bis 33 Prozent gegenüber Titan. Ob sich das lohnt, hängt von Ihren individuellen Anforderungen ab.

Bei dünnem Zahnfleisch im Frontzahnbereich, einer nachgewiesenen Titanunverträglichkeit oder dem ausdrücklichen Wunsch nach Metallfreiheit ist der Aufpreis in der Regel gerechtfertigt. Die Gesamtkosten liegen bei 2.500 bis 4.500 Euro gegenüber 1.500 bis 3.200 Euro für Titan. Im Seitenzahnbereich, wo die Ästhetik weniger sichtbar ist und die Kaubelastung höher, bietet der Aufpreis weniger Zusatznutzen.

Prüfen Sie vor der Entscheidung, ob Ihre Zahnzusatzversicherung die Materialdifferenz abdeckt. Die meisten Tarife erstatten nach GOZ-Satz unabhängig vom Material, sodass der Aufpreis je nach Tarif teilweise oder vollständig gedeckt sein kann.

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